Erhöhtes Diabetes-Risiko durch Süssstoffe 

10.11.2014 |  Von  |  Ernährung
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Erhöhtes Diabetes-Risiko durch Süssstoffe 
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Süssstoffe sollen zur Normalisierung von Blutzuckerwerten beitragen und Fettleibigkeit vorbeugen. Einer neuen Studie zufolge senken diese Zuckerersatzstoffe allerdings keineswegs das Diabetes-Risiko, sondern können es sogar noch erhöhen. Schuld daran sei einer Analyse zufolge ihre schädliche Wirkung auf bestimmte Darmbakterien, heisst es in einem kürzlich veröffentlichten Artikel der Fachzeitschrift „Nature“.

Wie beschrieben wird, seien künstliche Süssstoffe in die menschliche Ernährung aufgenommen worden, um die Blutzuckerwerte zu regulieren und die Kalorienzufuhr zu senken, ohne auf Süsses verzichten zu müssen. Jetzt legen die Ergebnisse der Studie aber nahe, dass es genau diese Süssstoffe sind, die die Situation weiter verschlimmern, anstatt sie zu bekämpfen.

Die Veränderung der Darmflora kann zu Glukose-Intoleranz führen

Süssstoffe befinden sich in vielen Lebensmitteln, beispielsweise als Ersatz für herkömmlichen Zucker vor allem in Softdrinks, Müslis oder Desserts. Ihr Konsum wird Diabetes-Patienten und Menschen mit Glukose-Intoleranz seit Langem empfohlen.

Wissenschaftler vom Weizmann-Institut verabreichten für die Studie Wasser an Mäuse, das mit häufig verwendeten Süssstoffen versetzt war. Die Dosierung richtete sich dabei nach den Empfehlungen des Süssstoffkonsums für Menschen, umgerechnet auf das Gewicht der Mäuse. Anders als die Tiere in den Kontrollgruppen, die nur reines oder mit Zucker gesüsstes Wasser bekamen, entwickelten diese Mäuse während der Tests eine Glukose-Intoleranz.

Als Ursache dafür vermuteten die Forscher eine entsprechende Beeinflussung der Darmflora. Zur Bestätigung dieses Verdachts führten sie die Exkremente der Mäuse aus der Süssstoff-Gruppe anderen Mäusen zu, deren Darmflora zuvor mit Antibiotika zerstört wurde. Es zeigte sich, dass diese Mäuse dann auch eine Intoleranz gegenüber Glukose entwickelten.

Freiwillige Testpersonen bestätigten die Ergebnisse

Anschliessend wurde ein weiterer Versuch durchgeführt, der die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen bestätigen sollte. Sieben freiwillige Testpersonen, die normalerweise keinen Süssstoff zu sich nahmen, konsumierten nun eine Woche lang jene Menge Zuckerersatzstoffe, welche von der US-Lebensmittelbehörde FDA als Höchstdosis empfohlen wird. Schon nach dieser kurzen Zeit wiesen vier Testteilnehmer Veränderungen der Darmflora und eine Erhöhung der Blutzuckerwerte auf.

Keine voreiligen Schlüsse

Aufgrund dieser Studienergebnisse räumt Nita Forouhi von der Universität Cambridge in England ein, dass Süssstoffe möglicherweise doch nicht das gerühmte Wundermittel gegen Diabetes und Fettleibigkeit seien. Allerdings betont sie, dass die Analyse noch keine definitiven Rückschlüsse zulasse, weil die Zahl der Testpersonen sehr niedrig und die Studiendauer kurz war. Sie vertritt die Meinung. die bisherigen Ernährungs- und Gesundheitsempfehlungen nicht Hals über Kopf über den Haufen zu werfen.

 

Oberstes Bild: © Monika Wisniewska – shutterstock.com

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