Dschungel-Diät macht aggressiv und sorgt für miese Laune – Experten erklären, warum

24.01.2017 |  Von  |  Ernährung, Figur, News
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Der Ton wird rauer im Camp, „La Familia Grande” ist längst nicht mehr so harmonisch, wie noch vor ein paar Tagen. Doch welche Rolle spielt dabei die mangelhafte Ernährung?

Das Portal MeineFitness.net hat mit den 4 Ernährungsexperten Ulrike von Essen, Nelly Kress, Helena Ahonen und Sonja Guse, sowie der ehemaligen Campbewohnern Claudelle Deckert über die Dschungeldiät und dessen Belastung auf Körper, Geist und Seele gesprochen.

  • „Nichts ist dem Zufall überlassen. Bei der totalen Reduktion aller Gewohnheiten ist es nur eine Frage der Zeit, bis der ein oder andere explodiert” – Claudelle Deckert, ehemalige Campbewohnerin 2013.
  • „Die schlechte Laune ist vor allem auf Blutzuckerschwankungen zurückzuführen”, sagt Ernährungsberaterin Helena Ahonen.
  • Die Dschungel-Ernährung führt zu Leistungsabfall, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und schlechter Laune.

So wirkt sich die Dschungeldiät auf die Psyche der Stars aus

Eine Radikaldiät geht nicht nur auf die Hüften, sondern auch auf die Nerven. Wer ständig Hunger hat, ist leichter reizbar, hat Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und sich zu beherrschen. Oft fällt es schwer, klare Gedanken zu fassen. Reizbarkeit und fehlendes Denkvermögen prallen aufeinander.

„Das Gehirn ist hungrig, es verbraucht etwa 20 % der aufgenommenen Kalorien, obwohl es nur 2 % des Körpergewichts ausmacht. Ist es unterversorgt, setzt es alles daran, Nahrung zu bekommen. Hunger wirkt dann ähnlich wie Entzugserscheinungen”, sagt Ernährungsexpertin Sonja Guse.

Entzugserscheinungen vorprogrammiert

Auch bei Marc Terenzi scheinen sich diese Entzugserscheinungen langsam bemerkbar zu machen. In den vergangenen Tagen immer ruhig und besonnen, liess er sich gestern in einer Diskussion mit Hanka und Kader doch relativ schnell zu lauteren Tönen verleiten. So bestätigt auch Claudelle Deckert, Campbewohnerin im Jahr 2013: „Nichts ist dem Zufall überlassen. Bei der totalen Reduktion aller Gewohnheiten ist es nur eine Frage der Zeit, bis der ein oder andere explodiert”.



Aggressiv durch Mangelerscheinungen

„Die schlechte Laune ist vor allem auf Blutzuckerschwankungen zurückzuführen”, sagt Ernährungsberaterin Helena Ahonen. „Wenn der Blutzuckerspiegel im Keller ist, weil wir länger keine oder zu wenige Kohlenhydrate mehr gegessen haben, ist das ein Garant für schlechte Laune. Die Unterversorgung mit Zucker (also Kohlenhydraten) macht dem Gehirn mächtig zu schaffen.“

Für Ulrike von Essen ist die Unausgeglichenheit der Stars keine wirkliche Überraschung: „Man darf den Gehirnstoffwechsel nicht vergessen. Dieser benötigt bestimmte Omega-3-Fettsäuren und B-Vitamine. Wenn die Versorgung nicht stimmt, sind Aggressivität, Rumzappeln, schlechte Laune und Konzentrationsschwäche die klare Folge.”

Wie dann der niedrige Blutzuckerspiegel zu Stress und Reizbarkeit führt, weiss Nelly Kress: „Der niedrige Zuckergehalt im Blut führt dazu, dass wir uns nicht mehr so gut konzentrieren können, teilweise fühlt man sich auch müde. Wenn wir dann nichts essen, werden Stresshormone ausgeschüttet. Dies führt unter anderem dazu, dass wir kurzfristig einen Energieschub spüren, aber gleichzeitig sorgt das erhöhte Stresslevel eben auch dafür, dass wir uns gereizt und gestresst fühlen.”

„Nachdem Honey vor zwei Tagen die Prüfung verweigert hatte, ist Jens während des anschliessenden Gesprächs am Lagerfeuer sehr schnell an die Decke gegangen. Sein kurzer und sehr unangebrachter Ausbruch Hanka gegenüber ist ein gutes Beispiel dafür, wie der Hunger die Bewohner reizbar macht”, so Gesundheitsredakteur Niklas Vogt.

Eine Studie der Florida State University hat übrigens bewiesen, dass Menschen mit niedrigerem Blutzuckerspiegel

  • impulsiver Reagieren,
  • schlechtere Entscheidungen treffen,
  • negative Emotionen schlechter unterdrücken können.

Reis als Hauptnahrungsmittel sorgt für miese Laune

Ulrike von Essen erklärt, dass Reis als Hauptnahrungsmittel der Stars einen guten Teil zur Reizbarkeit der Stars beisteuert. Denn es kommt nicht nur auf die geringe Kalorienmenge an, sondern auch „darauf, woraus die Kalorien bestehen. Da es sich beim Essen der Campbewohner nie um Naturreis handelt, ist der Zucker ganz ungünstig für die Bauchspeicheldrüse. Es muss auf einmal viel mehr Insulin ausgeschüttet werden, als gesund wäre. Das Insulin packt dann den Zucker ganz schnell in die Fettdepots und schwirrt weiterhin im Blut herum. Es hat jetzt nichts mehr zu tun und nun passiert folgendes: Leistungsabfall, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, schlechte Laune”.

Nelly Kress hat noch einen Tipp für die Campbewohner. Laut der Ernährungsexpertin sollten sich die Stars „das Essen trotz der geringen Menge einteilen und mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, anstatt alles auf einmal zu essen”.

Dschungelprüfungen als Chance, den Speiseplan aufzubessern

„Bei dem anhaltenden Kaloriendefizit im Dschungelcamp sollten die Stars sich über jede Energiequelle freuen, die sie bekommen können”, sagt Gesundheitsredakteur Niklas Vogt.



Wie in der Grafik zu sehen, sind die mit Abstand beste Energiequelle neben den kleinen Portion Reis mit Bohnen eindeutig die Dschungelprüfungen.

 

Quelle + Grafiken: www.meinefitness.net/dschungelcamp-ernaehrung
Artikelbild: Sojabohnen (© NIPAPORN PANYACHAROEN – shutterstock.com)

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