Dreadlocks – schön gepflegt und cool gestylt ein echter Hingucker

18.09.2014 |  Von  |  Haarpflege
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Dreadlocks – schön gepflegt und cool gestylt ein echter Hingucker
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Bei Dreadlocks, kurz Dreads (vom englischen Wort „dread“ = „Furcht“, „Schrecken“), handelt es sich um verfilzte Haarsträhnen. Häufig werden synonym auch die Bezeichnungen Rastalocken verwendet, obwohl es sich dabei um geflochtene Zöpfe handelt.

Dreads können sich selbst entwickeln, wenn das Haar über einen längeren Zeitraum hinweg nicht geschnitten und gekämmt wird. In den meisten Fällen jedoch, vor allem dann, wenn man mit der Kultfrisur gepflegt und modisch aussehen möchte, wird der Look mittels spezieller Techniken künstlich hergestellt.



Prominente Dreadlock-Träger sind beispielsweise Whoopi Goldberg und Lenny Kravitz sowie Johnny Depp in der Rolle des Captain Jack Sparrow in den vier Teilen des Piratenfilms „Fluch der Karibik“.

Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder Hinweise auf Dreadlocks. So sagte beispielsweise Julius Cäsar über die Germanen, dass sie „Haare wie Schlangen“ gehabt hätten. Im Mittelalter dürfte die häufigste Ursache für das verfilzte Kopfhaar mangelnde Pflege gewesen sein, zumindest in den unteren Bevölkerungsschichten. Doch auch in den höchsten Kreisen des Landes waren Dreadlocks durchaus populär, so wie am Hof von König Christian IV., der über Dänemark und Norwegen herrschte – wobei der Royal allerdings unter einer unerwünschten Form der Verfilzung litt und seine engsten Vertrauten die Frisur aus Loyalität imitierten. Bei den Azteken hatten die hochangesehensten Priester des Landes eine Frisur aus langem, verfilztem, ja sogar schimmligem Haar. Heute werden Dreads in Europa und den USA in erster Linie aus modischen Gründen getragen, in anderen Kulturen sind auch spirituelle oder religiöse Motive möglich, wie etwa bei den jamaikanischen Rastafari oder im islamischen Sufismus.

Dreads als Ausdruck von Individualität und kreativer Selbstentfaltung

Dreadlocks waren stets ein Symbol der Individualität, aber ebenso ein Zeichen für sanfte Rebellion gegen Konventionen, Traditionen und unter anderem auch gegen politische Entscheidungen. Darüber hinaus kann innerhalb verschiedenster Jungendsubkulturen, häufig beeinflusst von Musikrichtungen, das verfilzte Kopfhaar auch ein Ausdruck kreativer Selbstentfaltung sein und eine optische Demonstration des Künstlerdaseins oder einer exzentrischen Lebensphilosophie darstellen. Besonders populär ist die Frisur in der Pop-Kultur, wobei vor allem die Musikrichtung Reggae während der 1970er-Jahre den Dreads internationale Aufmerksamkeit verschaffte. Sänger wie Bob Marley machten die Frisur damals erstmals weltweit bekannt. Seither sind die Dreadlocks auch bei Schauspielern und Sportlern vertreten, wenngleich bis heute eher bei Männern.





Dreadlocks - das haarige Abenteuer für selbstbewusste Stilikonen. (Bild: Pushba / Shutterstock.com)

Dreadlocks – das haarige Abenteuer für selbstbewusste Stilikonen. (Bild: Pushba / Shutterstock.com)




Dreadlocks selbst machen und selbstbewusst präsentieren



Die verfilzten Strähnen gibt es in den unterschiedlichsten Längen und Dicken, es existieren sogar künstlich hergestellte aus Wolle, die „Silky Dreadlocks“. Traditionell entsteht die Kultfrisur selbstständig durch kontinuierliches Verfilzen, wenn man das Haar über einen längeren Zeitraum hinweg nicht schneidet und kämmt. Auf diese Art und Weise hat es beispielsweise eine US-Amerikanerin innerhalb von 20 Jahren auf 1,67 Meter lange Dreadlocks (Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde) gebracht. Die 46-Jährige hat bei der Haarwäsche einmal pro Woche jeweils eine Flasche Shampoo und eine Flasche Conditioner verwendet.
Die Zeit für sich arbeiten zu lassen ist ebenso möglich, wenn man die Haare zu Zöpfchen flicht – sie wachsen dann automatisch als Dreadlocks nach.

Will man jedoch nicht warten, bis das Haar von selbst verfilzt, kann man auf drei verschiedene Arten nachhelfen:

  • Backcombing-Methode (für jede Haarlänge geeignet): Das Haar wird durch ständiges Kämmen gegen die Wuchsrichtung toupiert und verfilzt dabei relativ rasch.
  • Strähnchen-Methode (für längeres Haar geeignet): Einzelne Haarsträhnen werden zwischen zwei Fingern gerieben, bis kleine Knötchen entstehen.
  • Rubbel-Methode (für kurzes Haar geeignet): Hier rubbelt man mehrere Monate lang das Haar direkt auf der Kopfhaut, so lange, bis „Filzhaufen“ entstehen, die später als Dreads weiterwachsen.

Wer besonders dicke Dreads haben will, der kann kleinere Strähnen echten oder künstlichen Haars mit einer Häkelnadel einarbeiten. Es existieren zusätzlich diverse Möglichkeiten, die Strähnen zu verzieren, etwa mit Perlen oder bunten Bändern. Dreadlocks haben die Eigenschaft, mit der Zeit immer gleichmässiger und daher schöner zu werden, wenn man sie konsequent gut pflegt. Und wer diese coole Frisur mit Selbstbewusstsein trägt, kann sie sogar zum lässigen Anzug oder zu jedem anderen Business Casual kombinieren und wird damit vermutlich sogar als Stilikone bezeichnet.

Pflege und Entfernung der verfilzten Strähnen

Dreadlocks müssten stets nachgefilzt werden, damit die Haare nicht glatt nachwachsen. Es empfiehlt sich, beim Waschen Kernseife zu verwenden, da diese das Haar aufquellen lässt. Zu vermeiden sind hingegen „Weichmacher“, also silikonhaltige Pflegemittel. Ebenfalls unter keinen Umständen sollte die Frisur mit Wachs behandelt werden, da dieses die Strähnen nur fett macht und damit den Filzprozess verzögert oder sogar stoppt.

Dreadlocks wieder aufmachen ist sehr mühsam, vor allem dann, wenn sie schon längere Zeit verfilzt sind – es ist daher ratsam, die Strähnen auf etwa fünf Zentimeter abzuschneiden, danach mit einer Stricknadel immer wieder in den Wulst zu stechen und nach unten durchzuziehen, bis das Haar entwirrt ist. Einfacher geht es, wenn man die Frisur auf diese Prozedur vorbereitet, indem man sie mehrmals mit silikonhaltigen Shampoos wäscht und Kuren verwendet. Direkt vor dem Aufmachen kann man die Dreads auch mit Öl einfetten.



 

Oberstes Bild: © BestPhotoStudio – Shutterstock.com

Über Gabriele Hasmann

Lebt in Baden bei Wien, hat viele Jahre als Journalistin bei Funk und Fernsehen gearbeitet und ist seit 2011 als selbstständige Autorin, Ghostwriterin, Lektorin und Literaturagentin tätig. Zahlreiche Publikationen im Bereich Sachbuch.


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