Die lange Reise der Schokolade

18.01.2016 |  Von  |  Ernährung
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Die lange Reise der Schokolade
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Der Ursprung von Schokolade liegt in Mittelamerika im Gebiet des heutigen Mexiko, Guatemala und Honduras beim Stamm der Olmeken. Das Wort „cacao” bedeutet in ihrer Sprache Baum und sie waren die ersten, die ca. 1000 v. Chr. Kakaobäume kultivierten und aus deren gerösteten Samen ein Getränk zubereiteten, das heute als Urform der Trinkschokolade angesehen wird.

Ihre Nachfahren, die Azteken und Mayas, nannten ihren Powerdrink aus gemahlenem Kakao „Xocolatl“ (= Kakau + Wasser) oder „chacau haa“ (=heisses Wasser).

Während die Majas ihren Kakao heiss tranken, genossen die Azteken ihre scharfe Kreation lieber kalt.
Diese ersten Kakaogetränke bestanden laut Überlieferung aus zerstossenen, gerösteten Kakaobohnen, die in Wasser schaumig geschlagen wurden. Die Azteken und Mayas liebten ihren Kakao scharf und bitter, sie würzten ihn mit Piment, Pfeffer, Chili oder Vanillemark. Allerdings durfte nicht jeder diese edlen Getränke zu sich nehmen – nur Adlige, Krieger und Priester kamen in den Genuss. In beiden Völkern waren die Kakaobäume heilig, ihre Bohnen wurden sogar bis ins 16. Jahrhundert als Zahlungsmittel eingesetzt.

Unter Eroberer Hernando Cortez entdeckten die Spanier 1519 in Mexiko das Geheimnis der Kakaobohnen. Die Siedler mochten das bittere Getränk allerdings nicht besonders, und so kamen sie auf die Idee, die Brühe mit Rohrzucker zu süssen. 1544 brachten Dominikanermönche als Geschenk der Mayas (bereits gezuckerte) Schokolade an den spanischen Hof und schnell entwickelte sich das Getränk zum Trend unter dem spanischen Adel.

Über 100 Jahre lang hielt Spanien das Handelsmonopol auf die begehrten Bohnen – doch über die Fürstenhöfe verbreitete sich die Schokolade schnell in ganz Europa und es entstanden so genannte Kakaostuben, vor allem in Italien.


Unter Eroberer Hernando Cortez entdeckten die Spanier 1519 in Mexiko das Geheimnis der Kakaobohnen. (Bild: © Valentyn Volkov - shutterstock.com)

Unter Eroberer Hernando Cortez entdeckten die Spanier 1519 in Mexiko das Geheimnis der Kakaobohnen. (Bild: © Valentyn Volkov – shutterstock.com)


1828 gelang es dem gelang es dem Niederländer Coenraed Johannes Van Houten, Kakaopulver herzustellen, wie wir es kennen – so dass man es einfach mit Milch oder Wasser mischen konnte. Die britische Schokoladenmanufaktur „Fry & Sons“ kam auf die Idee, dieses Kakaopulver mit Zucker und geschmolzener Kakaobutter zu mischen und entwickelte so 1847 die erste Tafelschokolade.

Mit der ersten Milchschokolade von Daniel Peter 1875 begann nun auch der Siegeszug des braunen Glückes in der Arbeiterklasse. Nochmals verfeinert wurde die Schokolade durch Rudolphe Lindts Erfindung des Conchierens.

Wussten Sie schon…
… dass die botanische Bezeichnung des Kakaobaums „Theobroma Cacao“ „Speise der Götter“ bedeutet (vom griechischen θεός theos =‚Gott‘ und βρμα broma = Speise‘)? Carl von Linné, der schwedische Naturforscher, der Pflanzen und Tiere Mitte des 18. Jahrhunderts klassifizierte und Kakao sehr mochte, gab dem Baum diesen Namen.

Der Stoff, aus dem das Glück ist?

Wissenschaftler finden immer wieder neue Hinweise darauf, dass Schokolade, beziehungsweise Kakao, zahlreiche wirksame Stoffe enthält. Macht Schokolade glücklich? Schokolade enthält Tryptophan, das im menschlichen Körper abgebaut wird, wodurch das „Glückshormon“ Serotonin entsteht.


Macht Schokolade glücklich? (Bild: © Vadim Martynenko - shutterstock.com)

Macht Schokolade glücklich? (Bild: © Vadim Martynenko – shutterstock.com)


Auch das enthaltene Theobromin gilt als Stimmungsaufheller – doch von beiden Stoffen ist so wenig enthalten, dass sie nicht für das Glücksgefühl beim Schokoladengenuss verantwortlich sind. Auch Phenylethylamin, das für eine aphrodisierende Wirkung in Schokolade verantwortlich sein soll, ist in zu geringer Dosierung vorhanden, um wirksam zu sein.

In Schokolade sind in der Tat Stoffe enthalten, die erwiesenermassen süchtig machen können. Doch auch diese sind deutlich zu gering, um eine Suchtverhalten zu bedingen. Menschen, die täglich Unmengen an Süssigkeiten und Schokolade essen, sind nicht körperlich abhängig von Süssem, sondern psychisch: In Versuchen wurden diesen Personen sämtliche in Schokolade enthaltenen Substanzen zugeführt, und dennoch verspürten sie weiterhin Lust auf „richtige“ Schokolade. Der in Schokolade enthaltene Zucker macht zwar nicht abhängig, löst aber im Gehirn Belohnungsreaktionen aus. Daher sollte man dem Verlangen ab und zu nachgeben, die Schokolade dann aber bewusst geniessen.

Aufgrund des hohen Zuckergehalts ist Schokolade natürlich nicht gut für die Zähne. Und dank des zusätzlichen Kakaofetts enthält sie sehr viele Kalorien. Doch viele Studien belegen, dass vor allem der massvolle Genuss dunkler Schokolade auch positive Effekte hat. So soll sie das Risiko für Herzinfarkte senken. In Kakao kommen so genannte Flavanole vor, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören. Sie machen die Blutgefässe elastischer und können leicht blutdrucksenkend wirken.
Doch dafür muss es schon Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 60% sein – also dunkle Schokolade. Für Zartbitterschokolade genügt schon ein Kakaogehalt von mindestens 34%.

Doch je höher der Kakaoanteil, umso hochwertiger ist die Schokolade, denn dann enthält sie weniger Zucker. Sorten mit der Bezeichnung „halbbitter“ haben etwa 50 % Kakaoanteil, „edelbittere“ mindestens 60 %. Inzwischen sind sogar Sorten mit bis zu 98% Kakao erhältlich.



Milchschokolade enthält dagegen oft nur 20% Kakao und bis zu 50% Zucker, weisse Schokolade dürfte streng genommen gar nicht Schokolade heissen, denn sie enthält überhaupt keine Kakaomasse – ihre Hauptzutaten sind Zucker, mindestens 20% Kakaobutter und Trockenmilchmasse.

 

Artikel von: livingpress.de
Artikelbild: © Refat – shutterstock.com

Über Samuel Nies

Als gelernter Informatikkaufmann war für mich schon schnell klar, dass die Administration von verschiedenen Systemen zu meinem Gebiet werden sollte. Um aber auch einen kreativen Anteil in meinen Arbeitsalltag zu integrieren, verschlug es mich in die Welt des Web Content Management.


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