Die erste Zeit mit Baby

26.08.2015 |  Von  |  Allgemein
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Die erste Zeit mit Baby
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Wenn du zum ersten Mal Mutter wirst, ist es wie ein Sprung ins kalte Wasser. Auch wenn du vorher noch so viele Ratgeber gelesen, dich mit Freundinnen und Verwandten unterhalten hast, ist es eine nie gekannte Erfahrung. Du wirst eine Liebe spüren, wie du sie noch nicht erfahren hast. Sie wird dich übermannen oder ganz leise um die Ecke kommen.

Sicher ist, dass dieses kleine Wesen dein Dasein völlig neu definieren wird. Der Duft von Neugeborenen ist betörend und ihre kleinen Händchen möchtest du nie wieder loslassen. Doch neben all der Freude, wirst du schnell spüren, dass das selbstbestimmte Leben vorerst auf Eis liegt. Bei den einen kommt es schneller, bei den anderen später.

Manche Mütter spüren kaum Veränderungen, andere empfinden die verlorene Me-Time als quälend. Alles ist normal und hat seine Daseinsberechtigung.

Denn nicht nur jede Mutter, sondern auch jedes Baby ist anders und dementsprechend die Empfindungen. Ich möchte euch gerne schildern, wie die Anfänge für mich als Mutter waren und wie ich mir kleine Nischen im Alltag zurückerobert habe.


Das Muttersein ist mit vielen Veränderungen verbunden. (Bild: © Monkey Business Images - shutterstock.com)

Das Muttersein ist mit vielen Veränderungen verbunden. (Bild: © Monkey Business Images – shutterstock.com)


Von Null auf Hundert

Unser Sohn war ein Wunschkind. Es dauerte eine Weile, bis er sich auf den Weg zu uns machte. Umso grösser war die Freude über die Schwangerschaft. Ich war sehr gerne schwanger. Es war eine unglaubliche Erfahrung. Aber ich hatte auch einige Ängste. Wird es halten? Schaffe ich das? Mir war bewusst, dass sich unser Leben ändern würde. Wir gingen nicht blauäugig an das Projekt „Eltern“ heran. Die Geburt war lang und schwierig und unser Sohn bewies von Beginn an Temperament. Es zeigte sich sehr schnell, dass er zu den sogenannten Schreibabys gehörte. Stundenlang weinte der kleine Mann bitterlich.

Ich war sehr dankbar, dass mein Mann die ersten vier Wochen Ferien hatte. Alleine hätte ich das nicht geschafft. Da ich nicht stillte, übernahm er in dieser Zeit die Nachtschichten und ich konnte zu Kräften kommen. Wenn möglich, kann ich diese Aufteilung jedem frisch gebackenen Elternpaar empfehlen. Auch für Stillmütter ist es gewiss eine große Entlastung, wenn der Mann nachts mit aufsteht und zum Beispiel das Wickeln und Beruhigen des Säuglings übernimmt. Tagsüber ging mein Mann immer wieder mit dem Kleinen spazieren und ich ruhte mich aus.

In der ersten Zeit sind weite Spaziergänge müssig für den gepeinigten Beckenboden und eine kleine Ruhepause ist jeder Mutter gegönnt. Spätestens, wenn der Mann arbeiten geht, bist du mit dem Baby alleine und wirst fit sein müssen. Gönn dir ruhig eine kleine Atempause. Dein Körper und das Baby werden es dir danken.

Den Besuch von Freunden und Verwandten haben wir anfangs auch gering gehalten und wenn, immer nur ein Paar, nicht alle gleichzeitig. Es kommt aber auch immer wieder auf das Befinden der Mutter und des Babys an. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen. Nachdem die Ferien meines Mannes beendet waren, fühlte ich mich dank kleiner Auszeiten fit genug, um in den Alltag zu starten.


Mütter brauchen Atempausen. (Bild: © Antonio Guillem - shutterstock.com)

Mütter brauchen Atempausen. (Bild: © Antonio Guillem – shutterstock.com)


Kleine Auszeiten im Mamaleben

Du wirst sehen, dass sich nach den turbulenten Anfängen alles normalisiert. Der Alltag spielt sich ein und du wirst mehr und mehr das neue Leben geniessen. Schlaf ist sicherlich die grösste Entbehrung. Doch auch hier kommen angenehmere Zeiten auf dich zu. Unser Sohn fing mit sechs Monaten an, durchzuschlafen. Von da an ging es körperlich für mich noch einmal bergauf. So gerne ich die Tage mit meinem Sohn verbrachte, war ich auch dankbar, dass mein Mann nach Feierabend mit anpackte. Er fütterte den Kleinen, ging spazieren und spielte mit ihm. Auch wenn ich meist dabei war, konnte ich vom Kopf her etwas abschalten. Wenn Not am Mann war, sprang mein Mann ein.

Eine Aufteilung der Babyzeiten über den Tag kann ich wärmstens empfehlen. Jeder muss eine gewisse Zeit für sich haben. Dann ist die weitere Zeit mit dem Kind umso schöner. Die Kleinen spüren, wenn wir keine Energie mehr haben und angespannt sind. Der Papa kann sich genauso gut kümmern wie die Mutter und mein Mann hat es genossen. Ab einem gewissen Zeitpunkt fing ich an, regelmässig die Wohnung zu verlassen, wenn mein Mann daheim war. Es fiel mir nicht immer leicht, da ich alles gerne im Griff habe und mich kümmere.

Ich merkte jedoch schnell, dass es mir gut tat, einmal pro Woche ganz alleine Zeit ausserhalb der vier Wände zu verbringen. Ich traf Freundinnen, ging shoppen oder schlichtweg spazieren. Danach kam ich wie ausgetauscht nach Hause.

Ich denke, dass jede Mutter an den Punkt kommt, wo ihr das Leben mit Baby zu Hause schlichtweg auf den Geist geht. Das ist nicht schlimm. Schliesslich hat sich alles verändert und ist ganz anders als das Leben vorher.

Mit einigen kleinen Veränderungen im Alltag lässt sich dies schnell beheben. Das Aufleben von alten Hobbies kann unheimlich gut tun. Oder auch etwas vollkommen Neues für sich entdecken.

Ich begann zu häkeln, als der Kleine ein halbes Jahr alt war. Ich wollte handwerklich tätig sein und suchte nach einem Ausgleich, der schnell griffbereit war. Seitdem liebe ich dieses Hobby. Wer die Hilfe von Freunden und Verwandten angeboten bekommt, sollte sie nicht scheuen. Du bist und bleibst eine gute Mutter, auch wenn du dein Kind einmal „fremdbetreuen“ lässt. Ich weiss, dass es Überwindung kostet, doch du wirst sehen, wie gut es dir tut. Vor allem kannst du wieder Zeit mit dem Partner verbringen. Die Partnerschaft muss am Anfang kräftig zurückstecken. Daher sind gemeinsame Zeiten sehr heilsam.


Mütter sollten die Hilfe von Freunden und Verwandten dankbar annehmen. (Bild: © Kzenon - shutterstock.com)

Mütter sollten die Hilfe von Freunden und Verwandten dankbar annehmen. (Bild: © Kzenon – shutterstock.com)


Ist-Stand

Mein Sohn ist nun knapp zwei Jahre alt und ich bin in meiner Mutterrolle vollständig angekommen. Sicher gibt es Tage, an denen mir alles zu viel wird und ich keine Lust habe, zu spielen, Windeln zu wechseln oder Essen vom Boden zu kratzen. Aber seien wir ehrlich. Gibt es diese Tage nicht auch im Job, der Partnerschaft oder Freundeskreis? Ich bin ruhiger und gelassener geworden. Kann Fünfe sehr gut gerade sein lassen. Schönes Wetter draussen, doch die Wäsche stapelt sich? Was soll‘s. Ab auf den Spielplatz. Die Wäsche läuft garantiert nicht weg.

Auch geniesse ich es inzwischen, alleine unterwegs zu sein. Das kommt zwar recht selten vor, da wir keine Verwandten zur regelmässigen Betreuung in der Nähe haben, doch es hat sich eingependelt. Bald geht mein Sohn in den Kindergarten und ich werde regelmässig Zeit für mich, meine Arbeit und den Haushalt haben. Ich kann guten Gewissens sagen, dass ich mich darauf freue. Denn ich weiss, eine ausgeglichene Mutter ist eine gute Mutter und es kommt vor allem dem Kind zu gute.

 

Oberstes Bild: © wowstudio – shutterstock.com

Über Sabine Klemm

Unter dem Pseudonym „Bine“ blogge ich seit August 2014 auf Mama Bines Welt über meinen Alltag als Familienmanagerin. Es gibt leckere Rezeptideen, Ausflugstipps und Themen abseits des Mutterdaseins. Alles mit einer Prise Humor und viel Leidenschaft.


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