Die Erdmandel – der Nussersatz für Menschen mit Histaminintoleranz

08.09.2014 |  Von  |  Ernährung
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Die Erdmandel – der Nussersatz für Menschen mit Histaminintoleranz
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Bei der Erdmandel, wegen ihres markanten nussähnlichen Geschmacks auch Tigernuss genannt, handelt es sich um eine krautige Pflanze der Gattung Zypergräser, die aus dem Mittelmeergebiet stammt und grösstenteils in Südeuropa und Südafrika kultiviert wird. Die erbsenförmigen braunen ölhaltigen Knollen des Gewächses gelten aufgrund ihres feinen Aromas längst nicht mehr nur in der Sternenküche als Delikatesse, ebenso wie die besonders edle Tigernussmilch.

Vor allem ist die Erdmandel jedoch bei Menschen mit einer Laktose-, Gluten- oder Histaminintoleranz sehr beliebt, da diese dank der speziellen Inhaltsstoffe in den Knollen trotz Allergie nicht auf den nussigen Geschmack in pikanten Gerichten oder diversen Süssspeisen verzichten müssen. Darüber hinaus wird die Tigernuss zu Luxus-Kosmetikprodukten, beispielsweise die Haut besonders verwöhnenden und pflegenden Cremes und Seifen, verarbeitet.



Infos zu Herkunft und Anbau 

Bei der Tigernuss handelt es sich um eine sehr alte Pflanzenart, die bereits im alten Ägypten aufgrund ihres wertvollen Öls sowohl als Nahrungsmittel als auch als Schönheitselixier bekannt war. Sie wurde von den Arabern im 8. Jahrhundert nach Spanien eingeführt. Bis heute liegt das Hauptanbaugebiet der Erdmandel in der spanischen Region Valencia an der Mittelmeerküste, da die Pflanze bei den dort herrschenden milden Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit optimale Bedingungen vorfindet.

Gepflanzt wird die Erdmandel im März und April, der sandig-lehmige Boden darf dabei nicht kälter als zwölf Grad sein. Im Herbst bildet die Pflanze als Überwinterungsstrategie an den Wurzeln zahlreiche unterirdische Knöllchen aus, die von Oktober bis Dezember geerntet werden. Danach müssen sie in speziellen Kammern mehrere Monate lang trocknen, bevor man sie zu dem Lebensmittel oder Kosmetikprodukt weiterverarbeiten kann.

Geschmack und Inhaltsstoffe



Der Geschmack der Tigernuss hängt von ihrem Reife- und Trocknungsgrad ab, er kann dem von Mandeln ähneln sowie dem von Kokos- oder Haselnüssen – die Aromenpalette reicht dabei von zart-süss bis bitter-herb. Die Erdmandel stellt somit eine vor allem für Allergiker gesunde Alternative zu genannten Nahrungsmitteln dar.



Tigernussmilch, ein sehr delikates und daher beliebtes Erfrischungsgetränk, schmeckt angenehm süsslich, ebenso wie auch das Mehl aus dem Gewächs, weshalb sich dieses eher für die Zubereitung von Süssspeisen empfiehlt. Erdmandelöl hingegen weist ein beinahe neutrales Aroma auf.

Die Knollen der Erdmandel verfügen über einen hohen Anteil von Faser- und Ballaststoffen, darüber hinaus sind in den Pflanzenteilen grosse Mengen an Eiweiss und zahlreiche ungesättigte Fettsäuren enthalten. Einen weiteren gesundheitlichen Mehrwert bieten etliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Die Tigernuss enthält ausserdem Natrium, Kalzium, Kalium, Magnesium, Kupfer, Eisen, Zink, Phosphor und Mangan. Mit 100 Gramm Tigernuss nimmt man 386 kcal (1635 kJ, 2,6 BE) zu sich, davon sind 7 % Proteine, 26 % Fett und 31 % Kohlehydrate.

Die gesundheitliche Wirkung

Aufgrund des hohen Anteils an Faser- und Ballaststoffen wirkt sich der Verzehr der Knollen positiv auf die Magen- und Darmtätigkeit und daher auf den gesamten Verdauungsvorgang aus. Die Vitamine Tocopherol und Biotin tragen zum Schutz der Körperzellen bei, das Rutin wiederum kräftigt das Gewebe und die Blutkapillaren. Darüber hinaus empfehlen Mediziner die Erdmandel als natürlichen Blutzuckersenker.

Besonders geschätzt wird die Pflanze vor allem von Personen, die an einer Laktose-, Gluten- oder Histaminintoleranz leiden und auf diese Inhaltsstoffe allergisch reagieren – die Erdmandel ist frei davon und kann daher bedenkenlos verzehrt werden. Aber auch bei einer geplanten Gewichtsreduktion kann die Tigernuss unterstützend wirken, da sie in der Lage ist, den Appetit zu dämpfen und das Hungergefühl zu reduzieren – schon die Zufuhr von einem bis zwei Esslöffeln pulverisierter Erdmandel täglich, idealerweise mit dem Pürierstab in Milch oder Joghurt eingerührt, wirkt stark sättigend. Die Tigernuss stellt ausserdem auch einen schnell regenerierenden Energiespender für ältere oder körperlich hochaktive Menschen jedes Alters dar.



Tipps für die Zubereitung

Um die Wirkung der Tigernuss zu unterstützen, etwa bei der Ankurbelung der Verdauung, bereitet man sich am besten ein Getränk aus den gemahlenen Knollen zu. Dazu werden zwei Esslöffel Erdmandelpulver in etwa 200 Millilitern Wasser aufgelöst und bei Bedarf gesüsst. Ebenso ist es möglich, Flocken aus den Pflanzenteilen ins Müsli zu mischen. Sehr beliebt ist die Zubereitung der Erdmandel als Snack – dafür werden die Knöllchen gesalzen geknabbert. Darüber hinaus kann man die Erdmandel auch gekocht zu diversen Gerichten verarbeiten bzw. zu verschiedenen Speisen als Beilage servieren. Vor dem Genuss, egal in welcher Darreichungsform, muss man die getrockneten Tigernuss-Knollen 24 Stunden lang in Wasser einweichen.

Besonders köstlich und daher beliebt ist die Erdmandelmilch, für die man bei der Zubereitung 250 Gramm Knollen mit 250 Millilitern Wasser zu einer geschmeidigen Masse püriert und den Saft einer Zitrone und eine Prise Zimt zufügt. Danach wird die Erdmandelpaste durch ein Sieb gepresst und dabei die Flüssigkeit aufgefangen – dabei handelt es sich bereits um die fast fertige Pflanzenmilch. Das Getränk verdünnt man mit weiteren 750 Millilitern Wasser und süsst es mit 125 Gramm Zucker. Die im Sieb verbliebene feste Masse sollte nicht mehr weiterverarbeitet werden.



 

Oberstes Bild: © Mariontxa – Shutterstock.com

Über Gabriele Hasmann

Lebt in Baden bei Wien, hat viele Jahre als Journalistin bei Funk und Fernsehen gearbeitet und ist seit 2011 als selbstständige Autorin, Ghostwriterin, Lektorin und Literaturagentin tätig. Zahlreiche Publikationen im Bereich Sachbuch.


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