Der Stress mit dem Spliss – Interview mit Maiken Arndts

11.03.2016 |  Von  |  Haarpflege
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Der Stress mit dem Spliss – Interview mit Maiken Arndts
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Haarenden, die besonders heftigen Strapazen unterzogen werden, werden in der Folge trocken und rau, zerfasern leicht und spalten sich schlussendlich auf. Neben der genetischen Veranlagung für Spliss verursachen in erster Linie mechanische Belastungen splissiges Haar.

Im Gespräch mit der Dove Haarexpertin Maiken Arndt wollten wir erfahren, ob und wie sich der Stress mit dem Spliss vermeiden lässt.

Haarspliss – woher kommt das?

Maiken Arndts: „Spliss“ bezeichnet eine häufig auftretende Schädigung, welche insbesondere bei längerem Haar vorkommt. Gründe hierfür gibt es einige: Chemische Behandlungen, tägliches Stylen, aber auch Reibung auf der Kleidung und den Schultern können die Haare strapazieren und spröde machen.

Ohne eine unterstützende Pflege kann dies langfristig dazu führen, dass die schützende Schuppenschicht aufraut, das Haar brüchig wird und an Kämmbarkeit sowie natürlichem Glanz verliert. Die Haarspitzen spalten sich – Spliss entsteht.

Wer hat mit Spliss zu kämpfen?

Maiken Arndts: Betroffen sind vorwiegend Frauen mit langen Haaren, deren Spitzen auf Dauer mehr belastet werden.

Gibt es Haartypen, die „anfälliger“ für dieses Phänomen sind als andere?

Maiken Arndts: Spliss hängt weniger vom Haartyp per se, als von der Beanspruchung der Haare ab: Je strapazierter das Haar, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Spitzen bei langen Haaren spalten. Haartypen wie z. B. dünnes Haar, die aufgrund ihrer Struktur empfindlicher reagieren, können bei Belastungen daher auch schneller Spliss entwickeln.

Was kann man tun?

Maiken Arndts: Spliss kann man nicht rückgängig machen, aber mit den richtigen Pflegeprodukten kann man ihn aktiv behandeln und ihm vorbeugen. Während viele andere Produkte das Haar von aussen ummanteln, sorgen geeignete dafür, dass sich die gesplissten Haarspitzen zusammenziehen und der Spliss somit von innen repariert wird.

Denn geschädigtes Haar ist stärker negativ geladen als intaktes Haar. Gute Reparatur-Seren enthalten z.B. positiv geladene Teilchen, die sich an das gesplisste, negativ geladene Haar anlagern. Durch die gegenseitige Anziehung der positiv geladenen Anteile des Serums und des negativ geladenen Haares werden die gespaltenen Haarspitzen wieder verbunden. Bei regelmässiger Verwendung kann der Spliss um bis zu 80 Prozent reduziert werden.

Können Pflegeprodukte die Haare retten?

Maiken Arndts: Pflegeprodukte können die Spaltung der Spitzen nicht rückgängig machen, aber sie können Spliss aktiv behandeln und vorbeugen, sodass Spliss unsichtbar wird. Zudem sorgen sie für eine geglättete Haarstruktur, Geschmeidigkeit und Glanz.

Ist Haareschneiden die einzige Möglichkeit, um dem Stress mit Spliss ein Ende zu bereiten?

Maiken Arndts: Spliss kann man nicht beheben, aber mit den richtigen Pflegeprodukten aktiv behandeln. Das richtige Pflegeprodukt kann somit splissige Spitzen wieder schön pflegen. Nur bei sehr starkem Spliss bleibt der Gang zum Friseur als letzte Möglichkeit.


Regelmässiges Spitzenschneiden: lässt die Haare gesund und kräftig aussehen. (Bild: Roman Samborskyi – Shutterstock.com)

Regelmässiges Spitzenschneiden: lässt die Haare gesund und kräftig aussehen. (Bild: Roman Samborskyi – Shutterstock.com)


Was kann man vorbeugend tun?

Maiken Arndts: Wer Spliss vorbeugen möchte, sollte sein Haar so wenig wie möglich strapazieren.

Empfehlenswert:

  • Unterstützende Pflege: macht das Haar widerstandsfähiger gegen äussere Belastungen und trägt auf diese Weise dazu bei, dass sich die Spitzen nicht so schnell spalten.
  • Das richtige Werkzeug: minimiert mechanischen Stress. Daher das Haar ausschliesslich mit einer Bürste oder einem Kamm mit abgerundeten Spitzen aus natürlichen Materialien kämmen.
  • Regelmässiges Spitzenschneiden: lässt die Haare gesund und kräftig aussehen. Zudem vermeidet es das Voranschreiten von Spliss. Mein Tipp: lieber häufiger, dafür aber weniger abschneiden.

Nicht empfehlenswert:

  • Hitzestress: sollte vermieden werden, besser an der Luft trocknen lassen oder einen speziellen Hitzeschutz verwenden.
  • Eintöniges Styling: Häufiger mal die Frisur wechseln, so wird das Haar nicht immer an einer Stelle belastet und bricht nicht.


Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Spliss und Haarbruch?

Maiken Arndts: Der Unterschied zwischen Haarbruch und Spliss besteht in der Art der Schädigung: „Spliss“ bezeichnet spröde, brüchige und gespaltene Haarspitzen. Es handelt sich folglich um eine Schädigung der Haarenden. Haarbruch tritt hingegen auf, wenn die schützende Schuppenschicht des Haares durch dauerhafte Belastungen verloren gegangen ist und die Haarstruktur auseinanderbricht. Diese Schädigung kann an jeder beliebigen Stelle des Haares auftreten und ist nicht auf die Spitzen beschränkt.

 

Artikel von: beautypress.de
Artikelbild: © mehmet dinler – Shutterstock.com

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