Das unangenehme Kribbeln – harmlos oder nicht?

27.11.2014 |  Von  |  Allgemein
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Das unangenehme Kribbeln – harmlos oder nicht?
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Sie kennen das bestimmt auch: Sassen oder lagen Sie ungünstig auf einer Hand oder einem Fuss, kommt es zu einem unangenehmen, aber harmlosen Kribbeln in Fingern oder Zehen. Das Gefühl, als ob eine ganze Kompanie Ameisen über die Haut marschieren würde, verschwindet rasch, sobald die Durchblutung wieder in Gang kommt.

Kribbelt es jedoch häufig oder gar ständig und ohne ersichtliche Ursache, dann ist es ratsam, sicherheitshalber einen Arzt zu konsultieren. Diverse Krankheiten können derartige Empfindungsstörungen verursachen. Vor allem, wenn zum Kribbeln Schmerzen oder andere Beschwerden hinzukommen, muss der Sache auf den Grund gegangen werden.

Diabetiker kennen lästige Empfindungsstörungen, da die ständig erhöhten Zuckerwerte nicht nur eine schlechtere Durchblutung verursachen, sondern auch die Nerven direkt schädigen können. Sie spüren oft ein unangenehmes Brennen oder Taubheitsgefühl, welches sich vor allem in den Beinen und Füssen bemerkbar macht. Eine Ernährungsumstellung und regelmässige Bewegung helfen neben den ärztlich verordneten Massnahmen, dauerhaft die Zuckerwerte zu senken.

Oft steckt ein Vitamin B12 Mangel hinter dem unangenehmen Kribbeln. Dieses ist bei leeren B12-Speicher immer mit zahlreichen anderen Beschwerden verbunden: Taubheit und Stechen in Fingern und Zehen, Vergesslichkeit, chronische Müdigkeit, Muskelschwäche und entzündete Schleimhäute sind nur ein paar Beispiele für Symptome, welche das Kribbeln begleiten können. Die Ursache ist meist eine chronische Magenschleimhautentzündung. Eine Blutprobe verschafft rasch Klarheit und bei einem Mangel muss unverzüglich gehandelt werden, denn einige Symptome sind unter Umständen irreversibel. Vor allem Veganer können kaum genügend B12 durch ihre normale Ernährung aufnehmen!

Fühlen sich vor allem nachts Mittel- und Zeigefinger sowie Daumen eingeschlafen an und kommen in den Arm ausstrahlende Schmerzen hinzu, liegt der Verdacht auf ein Karpaltunnel-Syndrom nahe, durch welches ein Nerv im Handgelenk abklemmt ist. In diesem Fall wird der Arzt Kortison-Spritzen verabreichen. Auch eine über Nacht getragene Schiene kann möglicherweise die Beschwerden bessern. In schweren Fällen hilft oft nur eine Operation.

 

Auch wenn in den allermeisten Fällen das Kribbeln harmlos ist, so können doch schwerwiegende Krankheiten wie die Multiple Sklerose oder die durch einen Zeckenbiss verursachte Borreliose zu dem lästigen „Ameisenlaufen“ führen, welches sich bei diesen Krankheiten oft über den ganzen Körper verteilt zeigt. Selbst die Kopfhaut kann betroffen sein. In Verbindung mit weiteren typischen Symptomen kann hinter Kribbeln und Taubheitsgefühlen auch ein bevorstehender Schlaganfall stecken. Rufen Sie sofort einen Arzt, wenn „wie aus heiterem Himmel“ Sehstörungen, einseitige Lähmungen, Schwindel und Schwierigkeiten beim Sprechen neben dem Kribbeln auftreten!

 

Oberstes Bild: © txking – shutterstock.com

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