Das Comeback der Seife

01.04.2016 |  Von  |  Hautpflege
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Das Comeback der Seife
5 (100%)
2 Bewertung(en)

Es läuft wie geschmiert: Seifen und Syndets erfreuen sich grosser Beliebtheit. Seit fünf, sechs Jahren entwickelt sich der Umsatz  sprunghaft nach oben – und ein Ende des Trends ist noch nicht in Sicht.

Dabei sind nicht bloss Flüssigseifen, sondern gerade auch handgemachte Seifen angesagt. Diese sind wie ein Stück Luxus im Badezimmer und überzeugen ausserdem durch natürliche Inhaltsstoffe, aussergewöhnliche Formen und betörende Aromen.

Gestern wie heute

Seife ist eines der ältesten Naturprodukte und wurde bereits vor tausenden von Jahren verwendet. Vor ca. 4.500 v. Chr. setzten die Sumerer eine Vorform von Seife jedoch noch nicht zur Reinigung, sondern als Heilmittel ein.

Erst die Römer entdeckten Seife als kosmetisches Produkt und begannen, sich mit Seife ihr Haar zu bleichen und zu frisieren. Zunehmend mischten sie ätherische Öle wie Lavendel oder Zitrone bei, wodurch Seife sich nach und nach zu einem wohlriechenden Luxusprodukt entwickelte.

Bald wurde sie europaweit erst vom Adel, dann auch von der Bevölkerung in den immer beliebter werdenden öffentlichen Badehäusern gerne genutzt.

Im Mittelalter wurden sowohl Wasser als auch Seife jedoch gemieden: Fälschlicherweise ging man in den Zeiten gravierender Seuchen davon aus, dass diese schädlich für die Gesundheit seien und den Körper für Erreger öffneten, was auch Ärzte und Wissenschaftler überzeugt bestätigten.

Kleidung, Tücher und Puder sollten stattdessen den Körper vor Schmutz schützen, Parfüm für die nötige Frische sorgen. Glücklicherweise blieb es jedoch nicht bei diesem Irrglauben – heute sind Seifen und Waschstücke nicht mehr wegzudenken.


Naturseifen sind aufgrund des anhaltenden Naturkosmetik-Trends beliebter denn je. (Bild: c12 – Shutterstock.com)

Naturseifen sind aufgrund des anhaltenden Naturkosmetik-Trends beliebter denn je. (Bild: c12 – Shutterstock.com)


Duftig luftig

Seifen werden normalerweise aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt. Die Hauptbestandteile werden bei der Seifenherstellung, dem Sieden, zerlegt bzw. „verseift“, indem sie mit einer Lauge gekocht werden. Die daraus gewonnene Emulsion wird später in Seifenkern und Unterlauge zerlegt.

Die so genannte „Feinseife“ oder auch „Toilettenseife“, die meist zum Händewaschen verwendet wird, ist im Gegensatz zu z.B. Kernseife normalerweise zusätzlich mit Farb- und Duftstoffen versetzt.

Naturseifen sind dagegen kaltgerührte Seifen, bei denen der Verseifungsprozess aus natürlichen Ölen oder Fetten meist nicht vollständig abläuft, damit eine pflegende Wirkung erreicht wird. Diese Naturseifen sind aufgrund des anhaltenden Naturkosmetik-Trends beliebter denn je und werden zunehmend auch von Hobby-Seifensiedern zu Hause hergestellt.

So sind die verschiedensten Formen, Farben und Duftrichtungen möglich – und jede Seife ist garantiert ein individuelles, ganz besonderes Einzelstück. Beim Selbst-Sieden ist jedoch Vorsicht geboten: Für die Herstellung müssen mehrere Sicherheitshinweise beachtet werden, schliesslich handelt es sich um chemische Prozesse, die bei Unachtsamkeit und kleinen Fehlern gravierende Auswirkungen haben können.



Des Weiteren gibt es u.a. auch Kernseifen, Schmierseifen und Leimseifen – die Auswahl ist heute grösser denn je. Gute Feuchtigkeitsspender bei trockener Haut sind Inhaltsstoffe wie Aloe Vera, Shea Butter und Olivenöl.

Was darf es sein?

Flüssig, fest, Seife, Syndet… bisher gibt es kein klares Urteil, welche Seifenart die „beste“ ist. Es kommt ganz darauf an, was die eigene Haut besser verträgt. Manche Seifen können eine allergieauslösende Wirkung haben, doch auch z.B. Seifen aus Olivenöl ohne zusätzliche Duft- und Konservierungsstoffe sind für Allergiker geeignet.

In letzter Zeit wurden jedoch Syndets – seifenfreie Waschstücke – immer beliebter. Im Gegensatz zu regulären Seifen, die mit über 7 einen höheren pH-Wert als die Haut (5,5) haben und deshalb ihr natürliches Säureschutzschild angreifen, liegt der pH-Wert der seifenfreien Waschstücke näher an dem der Haut.

Da so der natürliche Hautsäureschutzmantel aufrechterhalten wird gelten Syndets als besonders schonend und eignen sie sich für Menschen mit trockener, sehr empfindlicher, allergischer und neurodermitischer Haut. Bleiben jedoch Rückstände zurück, können diese die Poren verstopfen – deshalb sollte die Haut, ganz gleich ob flüssige oder feste Seife verwendet wurde, stets gründlich abgewaschen werden.

 

Artikel von: beautypress.de
Artikelbild: © Meaw story – Shutterstock.com

Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.


Ihr Kommentar zu:

Das Comeback der Seife

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die belmedia AG behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.