Couperose und Rosazea – Experteninterview mit Dr. Th. Jansen

04.02.2016 |  Von  |  Hautpflege Allgemein
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Jetzt bewerten!

Die so genannte Couperose ist eine krankhafte Gefässerweiterung im Gesicht. Zugleich bezeichnet der Begriff das früheste Stadium der Rosazea. Diese äussert sich durch fleckförmige, teils schuppende Rötungen, aber auch Schwellungen der Gesichtshaut sowie durch entzündliche Papeln und Pusteln.

Wir befragten zu diesen Themen Priv.-Doz. Dr. med. habil. Thomas Jansen, Universitätsklinikum Essen.

Wie entsteht Rosazea?

„Die Rosazea kommt durch das Zusammenwirken verschiedener Faktoren zustande. Auf der Grundlage einer genetischen Veranlagung entsteht in der Gesichtshaut eine an den Blut- und Lymphgefässen lokalisierte Entzündung. Hierbei sind der schädigende Einfluss von freien Radikalen, die durch Sonnenstrahlen entstehen, und eine fehlgesteuerte Reaktion der angeborenen Immunabwehr der Haut von wesentlicher Bedeutung.

Die Erscheinungsformen der Erkrankung werden durch innerliche (z. B. Stress) und äusserliche Faktoren (z. B. Medikamente) beeinflusst.“


Die so genannte Couperose ist eine krankhafte Gefässerweiterung. (Bild: Zhax – Shutterstock.com)

Die so genannte Couperose ist eine krankhafte Gefässerweiterung. (Bild: Zhax – Shutterstock.com)


Warum tritt sie überwiegend bei Frauen ab 30 auf?

„Frauen erkranken zwei- bis dreimal häufiger an einer Rosazea als Männer. Eine Ausnahme bildet das Rhinophym (Knollennase), die fast ausschliesslich bei Männern vorkommt. Die Geschlechtsverteilung der Erkrankung spiegelt den Einfluss von genetischen und hormonellen Faktoren wider.“

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

„Die Rosazea betrifft bevorzugt hellhäutige Individuen mit sonnenempfindlicher Haut, wie sie in West- und Nordeuropa zu finden sind. Bei Asiaten und Afroamerikanern kommt sie aber auch vor, jedoch viel seltener. Aus diesem Grunde wird die Erkrankung im angloamerikanischen Schrifttum auch als „Fluch der Kelten“ bezeichnet. Die unterschiedliche Häufigkeit der Erkrankung spiegelt genetische Einflüsse wider.“

Was genau bewirken Ambophénol und Neurosensine in der Haut?

„Ambophènol bezeichnet die wichtigste Wirkstoffkomponente in dem Präparat. Es handelt sich um Substanzen, die aus den Blättern von Tambourissa trichophylla gewonnen werden, einer Pflanze, die auf Madagaskar und den Komoren beheimatet ist. Diese Substanzen verleihen den Pflanzen ihre Farbe und erfüllen eine Reihe von biologischen Funktionen. Sie wirken der Entzündung an den Blut- und Lymphgefässen entgegen, wie sie für die Rosazea kennzeichnend ist. Aber auch das Gefässwachstum, das in der Rosazeahaut verändert ist, wird günstig beeinflusst.

Neurosensine ist eine körpereigene Substanz, welche die extreme Empfindlichkeit der Rosazeahaut günstig beeinflusst. Nicht zu vergessen ist die Grundlage des Präparates, die zur Wirkung bei der Rosazea beiträgt. Es handelt sich um Thermalwasser aus La Roche-Posay, das Mineralien und Spurenelemente enthält. Besonders wichtig ist der hohe Anteil an Selen, das zellschützend und entzündungshemmend wirkt.“

Wirkt jede der Substanzen für sich allein?

„Jede der Substanzen ist zwar für sich allein wirksam, aber entscheidend ist deren Kombination. Es ist wie bei den Musketieren: Einer für alle, alle für einen. Durch die einzigartige Kombination von Wirkstoffen werden nicht nur Entzündungs- und Gefässprozesse bei der Rosazea beeinflusst, sondern auch die extreme Hautempfindlichkeit, unter der die Betroffenen oftmals leiden.“

Ab wann tritt Besserung ein?

„Die klinischen Studien und eigene Erfahrungen zeigen, dass mit einer spürbaren, klinisch erkennbaren Besserung vielfach bereits nach 4 Wochen zu rechnen ist. Bei fortgesetzter Anwendung ist aber mit einer weiteren Besserung des Befundes zu rechnen.“



Kann Rosazea für immer verschwinden?

„Grundsätzlich handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Gesichtshaut, die eine dauerhafte Anwendung des Präparates erforderlich macht, damit die genetische Veranlagung nicht immer wieder zu Erkrankungsschüben führt. Es ist aber jederzeit möglich, dass die Erkrankung spontan abheilt.“

Haben Lifestyle-Aspekte negativen Einfluss auf die Hautrötungen?

„Die Rötungen der Gesichtshaut (Flushreaktionen) werden durch Faktoren beeinflusst, die auf die Gesichtshautdurchblutung Einfluss nehmen. Dazu zählen auch Lifestyle-Aspekte wie Sonne und Sauna. Andere Faktoren umfassen Alkohol, scharfe Gewürze, heisse Getränke und Speisen.

 

Artikel von: beautypress.de
Artikelbild: © James R. Martin – Shutterstock.com

Über Sorin Barbuta

Ich habe bildende Künste studiert und arbeite seit vielen Jahren als freiberuflicher Graphik Designer. Da für mich selbständiges Arbeiten und Eigenverantwortung sehr wichtig sind, bin sehr gerne in der Welt des Web Content Managements unterwegs.


Ihr Kommentar zu:

Couperose und Rosazea – Experteninterview mit Dr. Th. Jansen

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.