Alles über Entspannungsbäder: Experteninterviews

16.02.2016 |  Von  |  Wellness
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Alles über Entspannungsbäder: Experteninterviews
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Ist das Wetter – oder die Laune – mal auf dem Nullpunkt, kann ein warmes Bad wahre Wunder wirken. Denn nichts beeinflusst unsere Stimmung schneller als ein Duft.

Wir fragten Florian Zeilfelder und Markus Baumgärtner, Geschäftsführer der ideapro GmbH, wie man mit den richtigen Badezusätzen der Seele, aber auch der Haut Gutes tun kann.

Wächst die Nachfrage nach Badeprodukten und wenn ja, warum?

Florian Zeilfelder: Wir beobachten in der Tat eine stetig wachsende Nachfrage. Nach unserer Einschätzung liegt das daran, dass im Bewusstsein der Menschen das Badezimmer längst keine nüchterne Nasszelle mehr ist, sondern vielmehr eine Wellness-Oase, in der man Kraft für den Alltag tankt.

Bereits 2006 sagten laut einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung fast 80 Prozent der Befragten, dass sie in ihrem Bad vor allem eins wollen: Sich ganz und gar wohlfühlen. Daraus folgt, dass ein Bad in der Wanne also nicht in erster Linie der Reinigung dient, sondern ein Entspannungsritual ist, das regelrecht zelebriert wird. Die meisten Menschen nutzen die Badewanne als Ort der „Entschleunigung“, an den sie sich für eine Weile ganz bewusst zurückziehen.

Der Trend zum Whirlpool unterstützt das Konzept vom Spa in den eigenen vier Wänden. Durch das warme Wasser und die über Wirbeldüsen einströmende Luft wird die Feinkontraktion der Muskeln gefördert und die Durchblutung angeregt, so dass dadurch Wirkstoffe wie beispielsweise natürliche ätherische Öle sich noch besser entfalten und Ihre Wirkung freigeben können.


Ein Dauerbrenner sind die südländischen Düfte wie die Orange. (Bild: Steiner Wolfgang – Shutterstock.com)

Ein Dauerbrenner sind die südländischen Düfte wie die Orange. (Bild: Steiner Wolfgang – Shutterstock.com)


Welche Produkte sind denn für die Wanne und welche für den Whirlpool geeignet?

Markus Baumgärtner: Bei jedem Produkt sollte darauf geachtet werden, dass die enthaltenen Öle oder Wachse nicht die Pumpen verkleben. Auf keinen Fall dürfen Schaumbäder verwendet werden, weil dadurch meterhohe Schaummassen entstehen, die nicht ohne Weiteres entsorgt werden können. Sind beide Kriterien berücksichtigt, steht dem Badespass nichts mehr im Wege.

Welche Form von Bädern ist besonders beliebt?

Markus Baumgärtner: Bei der Entwicklung eines Badeprodukts muss man immer zwischen den beiden Polen „optimale Reinigung“ und „optimale Pflege“ eine gute Balance finden. Auf der pflegenden Seite der Skala steht das Ölbad, auf der reinigenden Seite das Schaumbad. Das Schaumbad braucht viele Tenside, die aber die Haut austrocknen. Das Ölbad wiederum pflegt sie sehr gut, wird im Umkehrschluss aber nicht extrem reinigend sein.

Florian Zeilfelder: Klassische Schaumbäder sind beliebt, während bei Menschen mit trockener, strapazierter Haut Ölbäder hoch im Kurs stehen. Ob nun Schaumbäder, Badeöle, Badeperlen, Badeessenzen oder Bademilch beim Kauf das Rennen machen, hängt nach unseren Beobachtungen davon ab, welche Wirkung die Verbraucher wünschen. Wer im Frühjahr beispielsweise die Kurven in Schwung bringen will, greift gerne zu einem Badesalz. Es strafft die Haut, indem es ihr überflüssiges Wasser entzieht und, als Peeling eingesetzt, abgestorbene Hautschüppchen ablöst.

Markus Baumgärtner: Die Naturkosmetik arbeitet viel mit Pflanzenölen, die von vielen Verbrauchern geschätzt werden. Das liegt sicherlich daran, dass sie nur schonend bearbeitet werden und dadurch ihre volle Heilkraft entfalten. Durch den Zusatz von naturbelassenen Kräutern, Blumen, Blüten und deren ätherischen Öle werden sie weiter verfeinert und erhalten damit zusätzliche Wirkkomponenten.



Welche Rolle spielen bei Badezusätzen ätherische Öle?

Markus Baumgärtner: Im Gegensatz zur konventionellen Kosmetik, die zum grössten Teil mit synthetischen Duftstoffen arbeitet, darf der Duft in zertifizierten Naturkosmetikprodukten ausschliesslich von Aromen stammen, die biotechnologisch hergestellt wurden oder von ätherischen Ölen. Sie stecken als kleine Öltropfen in Kräutern, Blumen, Früchten, Blättern oder Wurzeln. Wer schon einmal Zitronenschale, Thymian oder Rosmarin im Mörser bearbeitet, riecht und spürt diese durch das Zerkleinern freigesetzten Duftöle ganz stark. Ätherisch bedeutet übrigens Himmelduft und das zeigt schon die grosse Heilkraft, die diesen Ölen seit Jahrhunderten zugesprochen wird.

In der Naturkosmetik spielen ätherische Öle eine wichtige Rolle, denn sie werden über zweifachen Weg in den Organismus eingeschleust: über die Haut und über die Nase. Weil die Ölmoleküle so klein sind, kommen sie über die Haut direkt in den Blutkreislauf und verteilen sich dadurch im ganzen Organismus. Über die Nase gelangen sie direkt ins Gehirn, wo sie die Gefühle beeinflussen. Genau hier setzt die Aromatherapie an, denn je nach Art der Beschwerde sucht sie das passende ätherische Öl, das dann über den Duft und die in die Haut eindringenden Moleküle seine Kraft entfaltet.

Welches sind die beliebtesten Wirkstoffe oder Düfte?

Florian Zeilfelder: Wer welchen Duft bevorzugt, hängt in hohem Mass vom individuellen Geschmack und der Tagesstimmung ab. Trieft beispielsweise die Nase, dann umhüllt man sich gern mit Düften, die eine befreiende Wirkung auf die Schleimhäute haben, also beispielsweise Eukalyptus, Minze und Thymian.

Kommt man gerade aus einem Sonnenurlaub, dann holt man sich die schönen Ferienerinnerungen gerne mit einem exotischen Duft wie Kokos oder Mango in die Badewanne zurück. Und wer nach einem durchgetakteten Arbeitstag von Unruhe geplagt wird, der greift gerne zu einem beruhigenden Lavendelduft.

Generell aber stehen vor allem entspannende, stresslindernde Düfte wie die Melisse hoch im Kurs. Hildegard von Bingen, deren Erkenntnisse heute neu entdeckt werden, war der Meinung, dass sie „das Herz glücklich mache“ und in der Tat wurde sie im Volksmund auch Herztrost genannt. Weil man sie für so hilfreich und vielseitig hielt, musste sie im Mittelalter in jedem Klostergarten gepflanzt werden. Heute wissen wir, dass ihre zitronenartigen ätherischen Öle vor allem das Nervensystem beruhigen.

Ein Dauerbrenner sind die südländischen Düfte wie die Orange. Ihr spritziges, warmes Aroma belebt nachweislich den Körper und hellt die Stimmung auf. Ähnlich ist es bei der Zitrone, deren Frische stimulierend wirkt.

Markus Baumgärtner: Welche Düfte wir mögen, hängt interessanterweise aber auch davon ab, wie wir sie in der Kindheit erlebt haben. Kinder empfinden Düfte auf ganz unverfälschte Weise. Anders als Erwachsene haben sie noch nicht die Erfahrungen und Assoziationen, die typischerweise mit Düften verbunden sind. Ihre Nasen sind noch ungeprägt und riechen deshalb viel feiner und sensitiver.

Die mit bestimmten Düften verbundenen Erinnerungen speichern die Kinder erst im Lauf der Zeit, so dass sie später als Erwachsene darauf im Gedächtnis zurückgreifen. Wenn ein Kind also in einem Lavendelgarten viele tolle Stunden verbringt, wird es dieses schöne Gefühl später automatisch mit dem Lavendelduft verbinden.



Was muss man beachten, wenn man trockene Haut hat?

Markus Baumgärtner: Vorsicht mit stark schäumenden Produkten, denn diese greifen den natürlichen Fettfilm der Haut an. Wer trotz trockener Haut auf den schaumigen Genuss nicht verzichten möchte, sollte ein Naturkosmetikprodukt wählen, das auf Laurethsulfate, die gängigen Tenside für intensive Schaumbildung, verzichtet.

In Naturkosmetikprodukten kommen milde Zuckertenside oder Pflanzenseifen-Derivate in Kombination mit Lipidkompositionen zum Einsatz. Ist die Haut trotz allem ausgetrocknet, sollte man auf allzu ausgiebige Bäder verzichten und die Feuchtigkeitsdepots nach dem Bad durch eine reichhaltige Pflege wieder auffüllen. Bei einem Pflegebad, das mit rückfettenden Ölen arbeitet, ist dies nicht nötig.

 

Artikel von: beautypress.de
Artikelbild: © JonikFoto.pl – Shutterstock.com

Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.


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