15 Tipps: Das kannst du bei Narben tun

04.12.2015 |  Von  |  News
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15 Tipps: Das kannst du bei Narben tun
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Narben gehören, besonders bei Frauen, nicht gerade zum erwünschten äusseren Erscheinungsbild. Dennoch trägt fast jeder Mensch eine oder mehrere mit sich herum. Liegt die Narbe an einer sehr prominenten Stelle des Körpers, kann sie durchaus auch psychische Probleme zur Folge haben.

Mit der richtigen Narbenpflege jedoch können Aussehen und Beschaffenheit der Narben verbessert werden. Mit unseren 15 Praxistipps bist du dafür bestens gerüstet.

Zunächst jedoch eine Klärung, was wir mit „Narben“ meinen: Es geht nicht um die sogenannten weissen Narben, die nach kleineren Verletzungen entstehen. Diese sind in der Regel kaum sichtbar und deshalb auch keine ästhetische Beeinträchtigung. Problematisch sind alle Narben, die sich rot oder violett verfärben bzw. eine plastisch Veränderung wie Wülste, Wucherungen oder Mulden bilden.

Tipps bei frischen Narben

Narben machen einen „Reifungsprozess“ durch. Frische Narben sind dabei anders zu behandeln als alte. Mit plastischer Chirurgie an einer Narbe sollte man deshalb ca. zwei Jahre warten, weil sich die Narbe bis dahin noch verändert.

  1. Achte darauf, dass nichts an der frischen Narbe kratzt oder scheuert. Dementsprechend sollte die Kleidung gewählt werden.
  2. Rauchen ist Gift für die Wundheilung. Nikotin verringert die Durchblutung, besonders in den Extremitäten, und verlangsamt so den Stofftransport an der Wunde.
  3. Vermeide starke Sonneneinstrahlung! Dazu die Narbe am besten bedecken. Falls das nicht möglich ist, solltest du im Sommer einen starken Lichtschutzfaktor, am besten 50, verwenden.
  4. Bewegung tut der Narbe gut, aber nur wenn man es nicht übertreibt. Alles, was die Durchblutung fördert, ist grundsätzlich gut für die Wundheilung; ruckartige Bewegungen und insbesondere mechanische Belastungen der Narbe sind jedoch äusserst schädlich. Im schlimmsten Fall kann die Narbe sogar wieder aufbrechen.
  5. Auch Massage ist wegen der durchblutungsfördernden Wirkung gut, sollte aber vorsichtig angewandt werden. Auf keinen Fall darf die Narbe auseinander gezogen werden. Eventuell kannst du dir von einem Physiotherapeuten eine spezielle Narbenmassagetechnik zeigen lassen.
  6. Die tägliche Anwendung von speziellen Narbencremes ist ebenfalls ein probates Mittel. Hier gibt es Wundsalben, welche die Heilung beschleunigen und den Juckreiz lindern. Spezielle Narbengele in Kombination Massagerollern beugen Entzündungen und Wucherungen des Bindegewebes vor, die ansonsten zu unschönen Wülsten führen.

Rauchen ist Gift für die Wundheilung. (Bild: © Ehab Edward - shutterstock.com)

Rauchen ist Gift für die Wundheilung. (Bild: © Ehab Edward – shutterstock.com)


Ausgereifte Narben mildern

Ist die Narbe nach etwa zwei Jahren „ausgereift“, verändert sie sich nicht mehr. Nichtsdestotrotz kann ihr Erscheinungsbild für den Betroffenen belastend sein. Mit DIY-Therapien ist es hier jedoch nicht mehr getan, ärztliche Hilfe ist gefragt:

  1. Handelt es sich um eine atrophe (eingesunkene) Narbe, kann der Arzt durch Einspritzen von Hyaluronsäure, Kollagen oder Eigenfett das Gewebe wieder „auffüllen“. Bei wulstigen oder wuchernden Narben kann Kortison die übermässige Bindegewebsbildung hemmen.
  2. Erhabene (überstehende) Narben können mit Kryotherapie vereist werden. Dabei wird flüssiger Stickstoff (-196 °C) verwendet.
  3. Per Operation können wulstige Narben einfach herausgeschnitten werden. Die Haut wird anschliessend mit Spezialfäden vernäht.
  4. Behandlung mit körpereigenen Zellen: Hierzu fertigt der Arzt eine Suspension an, die körpereigene Hautzellen enthält. Diese Suspension wird anschliessend auf dem Wundengebiet versprüht. Mit Zellen aus einem briefmarkengrossen Stück Haut lässt sich die Fläche eines ganzen Gesichts wieder herstellen.
  5. Bei wuchernden Keloiden und Aknenarben kommen oft auch Laser zum Einsatz. Dieses stark gebündelte Licht wird in die Narbenregion eingeschossen. Zum Einsatz kommen YAG-Laser bei Keloiden und Fraxel-Laser bei Aknenarben.
  6. Dermabrasion: Insbesondere tief eingesunkene Aknenarben lassen sich durch das Abschleifen der obersten Hautschicht verbessern. Gleiches Prinzip, anderer Mechanismus: Beim chemischen Peeling löst Trichloressigsäure die oberste Hautschicht ab.
  7. Wenn du für alternative Heilmethoden offen bist, könnte auch eine Narben-Entstörung etwas für dich sein. Ganzheitliche Mediziner gehen davon aus, dass durch tiefe Narben Energieströme im Körper unterbrochen wurden. Durch Einspritzung eines örtlichen Betäubungsmittels, Osteopathie oder Akupunktur kann diese Störung beseitigt werden. Viele Patienten, besonders Frauen mit Kaiserschnittnarben, berichten hier von grossen Behandlungserfolgen.


Besondere Behandlungsmethoden werden bei grossflächigen Brandnarben erforderlich:

  1. Unterdruck-Vakuum-Massage (UVM): Mit einer Art „Staubsauger“ wird die Haut angesaugt und gerollt. Dadurch wird sie elastischer und beweglicher.
  2. Beim Medical Needling behandelt der Arzt die Haut unter örtlicher Narkose mit einem kleinen Roller, auf dem winzige Nadeln sitzen. In den so entstehenden Mini-Wunden werden die Kollagenproduktion sowie die Ausschüttung von Wachstumsfaktoren angeregt. Man spricht auch von (engl.) „Percutane Collagen-Induction (PCI).

 

Artikelbild: © Belovodchenko Anton – shutterstock.com

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